Säuren und Basen sind ganz natürliche Bestandteile unseres Stoffwechsels. Tag für Tag entstehen bei unzähligen Stoffwechselvorgängen saure und basische Verbindungen, die unser Körper verarbeitet, puffert und wieder ausscheidet.
Damit dieses fein abgestimmte Zusammenspiel funktioniert, verfügt unser Organismus über verschiedene Puffersysteme. Besonders wichtig ist dabei die Regulation des Blut-pH-Wertes: Er wird vom Körper in einem sehr engen Bereich von etwa 7,36 bis 7,44 gehalten.
Auch unsere Ernährung spielt im Säure-Basen-Haushalt eine Rolle. Bei der Verstoffwechselung unserer Nahrung entstehen unterschiedliche Endprodukte. Während Gemüse, Salate, Kräuter oder viele Obstsorten im Säure-Basen-Konzept als basenbildend gelten, zählen beispielsweise größere Mengen Fleisch, Käse, Zucker, Alkohol und stark verarbeitete Lebensmittel zu den eher säurebildenden Lebensmitteln.
Aus unserer naturheilkundlich geprägten Sicht ist deshalb nicht die einzelne Mahlzeit entscheidend. Viel wichtiger ist die langfristige Balance.
Was bedeutet Übersäuerung?
Wenn wir bei AIRASUN von „Übersäuerung“ sprechen, meinen wir ausdrücklich nicht eine akute medizinische Azidose des Blutes. Eine solche Störung ist ein ernst zu nehmendes Krankheitsbild und gehört sofort in ärztliche Behandlung.
Gemeint ist vielmehr das naturheilkundliche Verständnis einer langfristig erhöhten Säurebelastung des Stoffwechsels.
Unsere heutige Lebensweise kann dazu beitragen: eine einseitige Ernährung, viele stark verarbeitete Lebensmittel, wenig Gemüse, Alkohol, Stress oder auch Bewegungsmangel gehören zu den Faktoren, die im Säure-Basen-Konzept berücksichtigt werden.
Stehen dem Körper nach diesem Verständnis über längere Zeit mehr säurebildende Stoffwechselprodukte gegenüber, als über seine natürlichen Regulations- und Ausscheidungswege problemlos verarbeitet werden können, greift er auf seine Puffersysteme zurück.
Mineralstoffe und Hydrogencarbonat spielen dabei eine wichtige Rolle.
In der naturheilkundlichen Säure-Basen-Lehre wird zudem davon ausgegangen, dass nicht vollständig ausgeschiedene Stoffwechselendprodukte vorübergehend im Gewebe gebunden beziehungsweise eingelagert werden können. Für diese Rückstände hat sich traditionell der Begriff „Schlacken“ etabliert.
Unser Ziel ist deshalb nicht, Säuren grundsätzlich zu vermeiden – denn auch sie gehören ganz selbstverständlich zu unserem Stoffwechsel. Vielmehr geht es darum, den Körper durch eine ausgewogene Lebensweise, ausreichend Flüssigkeit, eine basenreiche Ernährung und eine gute Versorgung mit Mineralstoffen bestmöglich zu unterstützen.
Was sagt der pH-Wert eigentlich aus?
Der pH-Wert beschreibt, wie sauer oder basisch eine Flüssigkeit ist.
Ein Wert von 7 gilt als neutral. Werte unter 7 liegen im sauren, Werte über 7 im basischen Bereich.
Wichtig ist jedoch: Im menschlichen Körper gibt es nicht den einen pH-Wert.
Der pH-Wert des Blutes wird beispielsweise sehr konstant bei ungefähr 7,4 gehalten. Andere Körperflüssigkeiten wie Urin oder Speichel können dagegen deutlich stärker schwanken. Deshalb lassen sich die Werte nicht direkt miteinander vergleichen.
Innerhalb unseres Säure-Basen-Konzeptes nutzen wir insbesondere die Messung des morgendlichen Speichel-pH-Wertes gerne als einfache Möglichkeit zur persönlichen Beobachtung und Orientierung.
Unsere Ernährung hat einen großen Einfluss
Für uns beginnt Säure-Basen-Balance deshalb in erster Linie auf dem Teller.
Eine möglichst naturbelassene und pflanzenbetonte Ernährung liefert nicht nur viele wertvolle Nährstoffe, sondern auch Mineralstoffe und basenbildende Lebensmittel.
Besonders empfehlenswert sind zum Beispiel:
- Gemüse und Salate
- Kartoffeln
- frische Kräuter
- viele Obstsorten
- Sprossen und Keimlinge
- naturbelassene pflanzliche Lebensmittel
- ausreichend Wasser
Nicht darum geht es, säurebildende Lebensmittel vollständig vom Speiseplan zu verbannen. Entscheidend ist vielmehr das Verhältnis.
Fleisch, Käse, Milchprodukte, Süßigkeiten, Alkohol und stark verarbeitete Lebensmittel dürfen ihren Platz haben – sollten nach unserem Verständnis jedoch nicht den überwiegenden Teil der täglichen Ernährung ausmachen.
Mehr Balance statt strenger Verbote ist deshalb unser Ansatz.
Welche Rolle spielen Mineralstoffe?
Mineralstoffe sind an zahlreichen lebenswichtigen Vorgängen unseres Körpers beteiligt. Calcium, Magnesium, Kalium und Zink erfüllen beispielsweise wichtige Funktionen für Muskeln, Nerven, Elektrolythaushalt und viele weitere Stoffwechselprozesse.
Auch im Säure-Basen-Haushalt spielen verschiedene Mineralstoffverbindungen und Puffersubstanzen eine Rolle.
Aus diesem Grund gehört für uns neben einer basenreichen Ernährung auch eine gute Versorgung mit Mineralstoffen zu einem ganzheitlichen Säure-Basen-Konzept.
Dabei setzen wir besonders auf Mineralstoffverbindungen in Form von Citraten sowie auf Hydrogencarbonat.
Hydrogencarbonat – ein natürlicher Bestandteil unseres Puffersystems
Natriumhydrogencarbonat – häufig auch als Bicarbonat bezeichnet – spielt im menschlichen Körper eine zentrale Rolle im sogenannten Kohlensäure-Hydrogencarbonat-Puffersystem.
Dieses Puffersystem hilft dem Organismus dabei, den pH-Wert des Blutes in seinem engen physiologischen Bereich zu halten.
Gelegentlich sorgt der Bestandteil „Natrium“ im Namen für Verwirrung. Natriumhydrogencarbonat ist jedoch nicht mit Kochsalz gleichzusetzen.
Kochsalz ist Natriumchlorid. Natriumhydrogencarbonat ist dagegen eine andere chemische Verbindung und gehört zur Gruppe der Hydrogencarbonate.
Warum wir gerne Citrate verwenden
Auch Citrate haben in unserem Säure-Basen-Konzept einen festen Platz.
Citrate sind Salze der Zitronensäure und ermöglichen es, Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Kalium oder Zink in entsprechenden Mineralstoffverbindungen bereitzustellen.
Wir setzen in unseren Rezepturen ganz bewusst auf ausgewählte Citratverbindungen und – wo es für die jeweilige Rezeptur sinnvoll ist – auf Tricitrate.
Für uns ist dabei vor allem wichtig, verschiedene Mineralstoffe sinnvoll miteinander zu kombinieren und eine Rezeptur zu schaffen, die zu unserem ganzheitlichen Säure-Basen-Konzept passt.
Entsäuerung bedeutet für uns mehr als ein einzelnes Produkt
Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt lässt sich aus unserer Sicht nicht auf ein Pulver, eine Kapsel oder eine einzelne Maßnahme reduzieren.
Vielmehr geht es um das Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
eine pflanzenbetonte und basenreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, Bewegung, bewusste Erholungsphasen und eine gute Versorgung mit Mineralstoffen.
Wer sich zusätzlich intensiver mit seinem persönlichen Säure-Basen-Haushalt beschäftigen möchte, kann seine Ernährung und Lebensweise über einen gewissen Zeitraum bewusst beobachten und beispielsweise den morgendlichen Speichel-pH-Wert begleiten.
Für eine möglichst vergleichbare Messung sollte der Speichel-pH-Wert morgens direkt nach dem Aufstehen, nüchtern und noch vor dem ersten Schluck Wasser, Kaffee, Zähneputzen oder Essen mit geeignetem pH-Indikatorpapier bestimmt werden.
Dabei gilt: Die Messung dient der persönlichen Orientierung innerhalb unseres Säure-Basen-Konzeptes und ersetzt keine medizinische Diagnostik.
Unser Gedanke dahinter
Für uns bedeutet Säure-Basen-Balance vor allem eines:
dem Körper gute Voraussetzungen zu geben, damit seine natürlichen Regulations- und Ausscheidungsprozesse bestmöglich funktionieren können.
Es geht nicht um Perfektion und auch nicht darum, einzelne Lebensmittel zu verteufeln.
Oft sind es schon kleine Veränderungen im Alltag, die einen Unterschied machen können: mehr Gemüse auf dem Teller, ausreichend trinken, weniger stark verarbeitete Lebensmittel und eine bewusste Versorgung mit Mineralstoffen.
Denn ein bewusster Umgang mit Ernährung und Lebensweise kann ein wichtiger Baustein dafür sein, sich langfristig wohler und ausgeglichener zu fühlen.
Autorin: Manuela Schuster
Hinweis
Die hier veröffentlichten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Weiterbildung. Sie beruhen teilweise auf naturheilkundlichen Vorstellungen zum Säure-Basen-Haushalt und stellen keine medizinische Diagnose, Therapieempfehlung oder individuelle Gesundheitsberatung dar.
Bei bestehenden Beschwerden, Erkrankungen, der Einnahme von Medikamenten oder dem Verdacht auf eine gesundheitliche Störung solltest du dich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine entsprechend qualifizierte therapeutische Fachperson wenden. Eine eigenständige Behandlung oder Veränderung einer bestehenden Therapie sollte nicht allein aufgrund der hier dargestellten Informationen erfolgen.